The Story House

Willkommen im Herzen von Germany SeedCrafters

Manche Geschichten beginnen mit einer großen Idee. Andere mit einem einzigen Duft, der einen nie wieder loslässt.

Unsere begann mit der Faszination für eine Pflanze, die uns über viele Jahre begleitet hat. Mit unzähligen Entdeckungen, besonderen Erinnerungen und der Frage, die uns bis heute antreibt: Was macht eine Genetik wirklich unvergesslich?

Für uns war die Antwort nie nur eine Zahl auf dem Etikett. Es sind die Aromen, die Charaktere und diese besonderen Momente, in denen man innehält und denkt: Genau das haben wir gesucht.

Aus dieser Leidenschaft entstand Germany SeedCrafters. Und aus dem Wunsch, eigene Ideen Wirklichkeit werden zu lassen, entwickelte sich unsere Breeder-Werkstatt Terp Rootz Genetics.

Dies ist keine gewöhnliche Sortenübersicht. Dies ist unsere Geschichte.

Willkommen im THE STORY HOUSE. 

Unsere Geschichte – Kapitel für Kapitel

01 – Der Anfang

 Als fünf Mark noch für Zigaretten reichten und alles mit einem kleinen Samen begann

Es war eine andere Zeit.

Eine Zeit, in der fünf Mark noch für eine Schachtel Zigaretten aus dem Automaten reichten. In der wir mit 14 oder 15 Jahren um die Ecke unser bisschen Gras besorgten und von der unglaublichen Sortenvielfalt, die es heute gibt, noch nicht einmal träumen konnten. Wenn man Glück hatte, bekam man White Widow, Skunk oder vielleicht sogar Northern Lights. Wenn man Pech hatte, gab es eben das, was gerade aufzutreiben war. Manchmal war das irgendeine dubiose Platte, die beim Erhitzen nach Gummireifen roch oder sich merkwürdig sandig anfühlte. Wer diese Zeit erlebt hat, weiß wahrscheinlich ganz genau, wovon wir sprechen. Aber wenn wir heute an damals zurückdenken, erinnern wir uns nicht zuerst an irgendwelche Sortennamen. Wir erinnern uns an unsere Jugend. Wir waren eine große Clique. Zwanzig, manchmal dreißig Mädels und Jungs. Wir waren ständig gemeinsam unterwegs, haben Ausflüge gemacht, gelacht, Blödsinn angestellt und das Leben genossen.

Es gab viele Möglichkeiten, als Jugendliche etwas zusammen zu unternehmen. Und wir haben sie genutzt. Besonders schön waren die Abende draußen. Wenn wir mit unserer Clique unterwegs waren, irgendwo das Lagerfeuer brannte und wir bis spät in die Nacht zusammensaßen. Keine Eltern, die einem ständig über die Schulter schauten. Keine großen Verpflichtungen. Einfach Freunde, gemeinsame Erlebnisse und dieses wunderbare Gefühl, dass der Abend am liebsten niemals enden sollte. Gerade zwischen 16 und 19 waren das unbeschwerte Jahre, an die wir uns bis heute gerne erinnern. Und dann gab es da noch etwas, das unsere Neugier immer wieder aufs Neue weckte: die Holland-Ausflüge unserer älteren Freunde. Ein, zwei aus unserer Clique waren bereits etwas älter und fuhren regelmäßig in die Niederlande. Wenn sie zurückkamen, hatten sie manchmal kleine Besonderheiten dabei, die wir so noch nicht kannten. Plötzlich begegneten uns andere Sorten. Andere Gerüche. Andere Erfahrungen.

Von der einen Sorte bekam man rote Augen, von der nächsten einen unglaublich trockenen Mund. Manche rochen völlig anders als das, was wir bis dahin kannten. Und irgendwann stellte ich mir eine Frage, die mich nicht mehr loslassen sollte: Warum ist das eigentlich so unterschiedlich, wenn doch alles von derselben Pflanze stammt? Genau dort begann sich etwas zu verändern. Aus der anfänglichen Faszination für Gras wurde nach und nach ein echtes Interesse an der Pflanze dahinter. Was ist Hanf eigentlich? Warum gibt es so unterschiedliche Sorten? Und warum wurde eine Pflanze mit einer so vielseitigen Geschichte gesellschaftlich über Jahrzehnte derart unterschiedlich wahrgenommen?

Je mehr ich darüber erfuhr, desto erstaunlicher wurde das Ganze. Hanf war schließlich viel mehr als nur ein Rauschmittel. Seit Jahrhunderten wurden daraus Seile, Säcke, Kleidung und Papier hergestellt. Auch die medizinische Nutzung hatte eine lange Geschichte. Auf der einen Seite stand also eine unglaublich vielseitige Nutzpflanze. Auf der anderen Seite ein Thema, über das man damals kaum offen sprechen konnte. Vieles spielte sich deshalb im Verborgenen ab. Und während mein Interesse immer größer wurde, lagen da immer wieder diese kleinen Samen zwischen den Blüten. Für manche waren sie wahrscheinlich einfach nur lästig. Für mich wurden sie irgendwann zu einer spannenden Frage: Was passiert eigentlich, wenn ich so einen Samen in die Erde stecke?

Also wurde ausprobiert.

Kein Growzelt. Keine Speziallampen. Keine ausgeklügelte Technik. Einfach ein kleiner Plastikbecher, ganz normale Erde und ein Samen. Damals war ich gerade einmal 15 oder 16 Jahre alt und wohnte noch bei meinen Eltern. Meine ersten kleinen Experimente waren entsprechend bescheiden und meist von kurzer Dauer. Aber wenn aus einem unscheinbaren Samen tatsächlich etwas Grünes entstand, war das schon ein besonderes Erlebnis. Natürlich blieb es nicht bei der Neugier auf einen einzigen Versuch. Irgendwann zog es uns mit unseren Ideen auch nach draußen. Schließlich wachsen Pflanzen in der Natur ja auch ohne unser Zutun. Tja, ganz so einfach war es dann doch nicht. Man kam wieder an die Stelle, an der man seine kleine Pflanze zurückgelassen hatte, und sie war verschwunden. Einfach weg. Natürlich war der erste Gedanke: „Da hat uns doch tatsächlich jemand die Pflanze geklaut!“ Bis wir irgendwann begriffen, dass wir unsere vermeintlichen Diebe völlig falsch eingeschätzt hatten.

Es waren die Schnecken. Während wir uns den Kopf darüber zerbrachen, wer wohl unsere Pflanzen stibitzt hatte, hatten sich die kleinen Schleimer längst darüber hergemacht. Heute kann man darüber lachen. Damals war es natürlich ärgerlich. Aber genau so haben wir unsere ersten Erfahrungen gesammelt. Nicht mit perfekten Anleitungen, modernster Technik oder einem riesigen Wissen im Hintergrund. Sondern mit Neugier, kleinen Erfolgen, Rückschlägen und der Bereitschaft, immer wieder etwas Neues zu lernen. Damals ging es noch nicht um ausgefeilte Terpenprofile, besondere Aromakombinationen oder die gezielte Suche nach außergewöhnlichen Genetiken.

Es ging um etwas viel Einfacheres. Um die Faszination für eine Pflanze, die so viel mehr zu bieten hatte, als wir zunächst ahnten. Und um dieses kleine Wunder, dass aus einem unscheinbaren Samen tatsächlich etwas Lebendiges entstehen konnte. Was damals als jugendliche Neugier begann, sollte mich über viele Jahre begleiten. Ich wusste zu diesem Zeitpunkt noch nicht, wie viele Menschen ich durch diese Leidenschaft kennenlernen, wie viele Erfahrungen ich sammeln und wie viel ich über diese außergewöhnliche Pflanze noch lernen würde. Und schon gar nicht hätte ich mir vorstellen können, dass aus diesen ersten Versuchen eines Tages Germany SeedCrafters entstehen würde. Aber jede Geschichte hat einen Anfang. Unsere begann mit fünf Mark, einer großen Clique, unvergesslichen Abenden am Lagerfeuer, einem kleinen Plastikbecher voller Erde – und einer Neugier, die niemals wirklich verschwunden ist. 

02 – Aus Neugier wurde Leidenschaft

Ein Leben voller Abenteuer, neuer Wege und einer Begeisterung, die niemals verschwunden ist

Mit 18 Jahren verändert sich vieles. Man wird volljährig, möchte eigene Entscheidungen treffen und endlich auf eigenen Beinen stehen. Bei mir war das nicht anders. Gerade einmal einen Monat nach meinem 18. Geburtstag zog ich von zu Hause aus. Natürlich nicht ganz ohne Theater im Elternhaus. Aber ich hatte schon damals meinen eigenen Kopf, meine Vorstellungen vom Leben und vor allem diesen unbändigen Drang, etwas zu erleben. Ich wollte meinen eigenen Weg gehen, auch wenn ich zu diesem Zeitpunkt noch überhaupt nicht wusste, wohin er mich einmal führen würde.

Meine erste eigene Wohnung war anfangs sogar ganz gemütlich eingerichtet. Ein kleiner Tisch, ein Sofa und ein Bett. Viel brauchte ich damals nicht. Hauptsache, ich hatte meine eigenen vier Wände und konnte endlich selbst entscheiden, was ich daraus machte. Und natürlich hatte ich bereits ganz bestimmte Vorstellungen davon, wie ich diese neue Freiheit nutzen wollte.

Nachdem die ersten Pflichtbesuche vorbei waren, begann sich meine Wohnung langsam zu verändern. Ich hatte endlich meinen eigenen Platz, um mich mit den Dingen zu beschäftigen, die mich schon seit meiner Jugend faszinierten. Und sagen wir mal so: Meine Hobbys hatten damals einen ziemlich ausgeprägten Platzbedarf. Während andere ihre erste Wohnung mit schönen Möbeln, Bildern und Dekoration einrichteten, hatte ich ganz andere Vorstellungen davon, was eine gemütliche Wohnung ausmacht. Hier wurde etwas ausprobiert, dort ein bisschen experimentiert, und plötzlich musste der eine oder andere Einrichtungsgegenstand seinen Platz räumen. Wie viele kleine Projekte und Experimente sich im Laufe der Zeit angesammelt hatten? Nun ja, sagen wir einfach: Mein Platzmanagement war damals ausbaufähig. Und was genau da alles seinen Platz gefunden hatte, lassen wir heute mit einem kleinen Augenzwinkern offen.

Irgendwann stellte sich jedenfalls die Frage, ob ich meine Wohnung eigentlich noch selbst bewohnte oder nur noch zu Besuch war. Selbst mein Bett musste irgendwann der Couch weichen. Wenn ich heute daran zurückdenke, muss ich manchmal selbst darüber lachen. Vielleicht hatte ich es damals tatsächlich ein bisschen übertrieben. Aber genau so war ich. Wenn mich etwas faszinierte, wollte ich mich richtig damit beschäftigen. Ich wollte verstehen, ausprobieren, beobachten und aus meinen eigenen Erfahrungen lernen. Halbe Sachen waren einfach nicht mein Ding.

Natürlich war Cannabis damals gesellschaftlich ein ganz anderes Thema als heute. Über vieles wurde nur hinter vorgehaltener Hand gesprochen, und wer sich für diese Pflanze interessierte, musste häufig mit Vorurteilen rechnen. Das fand ich schon damals schade, denn mich beschäftigten zunehmend Fragen, die weit über den bloßen Konsum hinausgingen. Woher kamen die unterschiedlichen Aromen? Warum entwickelten verschiedene Genetiken so unterschiedliche Eigenschaften? Und weshalb wusste man über manche Zusammenhänge so erstaunlich wenig?

Gleichzeitig merkte ich mit den Jahren, dass ich noch viel mehr vom Leben kennenlernen wollte. Ich war nie jemand, der sich vorstellen konnte, nach der Schule eine Ausbildung zu machen, eine Familie zu gründen und anschließend sein ganzes Leben am selben Ort zu verbringen. Nicht, weil an diesem Lebensweg irgendetwas falsch gewesen wäre. Aber für mich persönlich fühlte sich diese Vorstellung einfach nicht richtig an. Ich hatte das Gefühl, dass das Leben noch so viel mehr zu bieten hatte. Andere Städte, andere Menschen, unterschiedliche Berufe und Erfahrungen, die man eben nur machen kann, wenn man sich auch einmal auf etwas Neues einlässt.

Irgendwann wurde mir meine kleine Welt zu eng. Ich wollte mehr erleben, neue Wege gehen und herausfinden, was das Leben noch für mich bereithielt. Also fasste ich einen Entschluss, packte meine Sachen und machte mich auf den Weg nach Norddeutschland. Rund 600 Kilometer trennten mich plötzlich von meinem bisherigen Leben. Ganz unbekannt war mir diese Gegend allerdings nicht. Geboren wurde ich selbst in Norddeutschland, auch wenn ich meine Kindheit und Jugend im Süden Deutschlands verbracht hatte. Rund um Salzgitter lebten viele meiner Verwandten, darunter meine Onkel, Tanten und meine Oma. Ich zog also nicht an einen völlig fremden Ort, sondern in eine Gegend, mit der mich schon lange etwas verband.

Die ersten drei Wochen kam ich bei meiner Oma unter. In dieser Zeit konnte ich mich erst einmal orientieren und nach einer eigenen Wohnung umsehen. Schließlich fand ich wieder meine eigenen vier Wände, und damit begann für mich auch im Norden ein neuer Abschnitt meines Lebens. Natürlich gehörte auch der ganz normale Alltag dazu. Ich ging arbeiten, lernte neue Menschen kennen und sammelte weitere Erfahrungen. Doch meine Begeisterung für Cannabis blieb ein fester Bestandteil meiner Interessen. Was Jahre zuvor mit jugendlicher Neugier begonnen hatte, entwickelte sich immer mehr zu einer ernsthaften Beschäftigung mit der Vielfalt und den Besonderheiten dieser Pflanze. Ich tauschte mich mit anderen Interessierten aus, lernte unterschiedliche Sichtweisen kennen und entdeckte immer wieder neue Facetten.

Was ich damals allerdings noch nicht wusste: Dieser Umzug nach Norddeutschland sollte nur der Anfang einer viel längeren Reise sein. Denn kaum hatte ich einen neuen Ort kennengelernt, erwachte irgendwann wieder diese Neugier in mir. Was gab es wohl anderswo zu entdecken? Welche Menschen würde ich kennenlernen? Welche Erfahrungen warteten noch auf mich? Ich wollte nicht einfach nur davon hören, wie andere Menschen lebten. Ich wollte es selbst erleben. Und so begann eine Zeit, die mich über viele Jahre begleiten sollte.

Acht oder neun Jahre war ich immer wieder unterwegs. Zwischen meinem 18. und 28. Lebensjahr hatte ich beinahe 40 verschiedene Wohnungen. Meine Wege führten mich durch unterschiedlichste Regionen Deutschlands, von Hamburg über Goslar und Einbeck bis nach Leipzig, Stuttgart und an den Bodensee. Auch Wien gehörte zu meinen Stationen. Natürlich war das keine große Weltreise. Aber ich habe in diesen Jahren unglaublich viel von den Orten und Menschen kennengelernt, die mir auf meinen Wegen begegneten. Ich probierte unterschiedliche Berufe aus, fand neue Freundeskreise und lernte Menschen mit völlig verschiedenen Lebensgeschichten kennen. Manche Begegnungen entwickelten sich zu Freundschaften, andere blieben kurze Bekanntschaften.

Es gab schöne Zeiten, aber auch schwierige Erfahrungen. Nicht jeder Mensch, dem man begegnet, meint es gut mit einem. Und nicht jede Entscheidung, die man als junger Mensch trifft, erweist sich später als die richtige. Aber genau das gehört für mich zum Leben dazu. Manchmal muss man eben selbst Erfahrungen sammeln, um zu verstehen, was einem wirklich wichtig ist. Ich war damals einfach unglaublich neugierig auf das Leben. Ich wollte unterschiedliche Berufe kennenlernen, neue Städte sehen, Menschen begegnen und herausfinden, was wirklich zu mir passte. Es ging mir nicht darum, irgendwo wegzulaufen. Ich wollte vielmehr wissen, was hinter dem nächsten Horizont auf mich wartete.

Und egal, wohin es mich verschlug, eine Sache blieb immer gleich: meine Begeisterung für Cannabis. Besonders die Vielfalt der Genetiken, ihre unterschiedlichen Aromen und Geschmacksrichtungen faszinierten mich nach wie vor. Ich wollte verstehen, warum eine Sorte so anders riechen konnte als eine andere, warum manche Aromen sofort im Gedächtnis blieben und andere kaum einen bleibenden Eindruck hinterließen.

Mit den Jahren wuchs meine Neugier auch über die unterschiedlichen Sorten hinaus. Ich interessierte mich zunehmend für die Geschichte und die handwerklichen Traditionen der Haschischherstellung. Später kamen Themen wie Ice-Water-Hash, moderne Verarbeitungsmöglichkeiten und Rosin dazu. Mich begeisterte, wie viel Erfahrung, Fingerspitzengefühl und Wissen hinter hochwertigen Produkten stecken können. Dabei ging es mir immer weniger darum, welche Sorte besonders stark war. Der Geruch. Der Geschmack. Das Aroma. Und dieser ganz eigene Charakter, den manche Genetiken mitbringen. Genau diese Besonderheiten waren es, die mich immer stärker in ihren Bann zogen. Ich wollte nicht nur verstehen, was diese Pflanze ausmacht, sondern auch, weshalb ihre Eigenschaften so unterschiedlich sein können.

Heute hat sich mein Leben natürlich verändert. Aus dem jungen Mann, der ständig seine Koffer packte und auf der Suche nach dem nächsten Abenteuer war, ist ein Familienvater geworden. Ich habe meine eigene Familie, ein Kind und Verantwortung. Und wenn ich heute auf diese Zeit zurückblicke, bin ich froh, dass ich meine jungen Jahre genutzt habe, um so viele unterschiedliche Erfahrungen zu sammeln. Denn all diese Wege haben mich letztendlich dorthin geführt, wo ich heute stehe.

Und dabei ist etwas passiert, das ich mir damals wahrscheinlich niemals hätte vorstellen können: Ich habe sogar zwei meiner großen Leidenschaften zu einem Teil meines Berufslebens gemacht. Meine Begeisterung für Hunde begleitet mich heute als Hundeführer im Sicherheitsdienst. Ich kann mit meinem Hund arbeiten und damit etwas tun, das mir auch persönlich viel bedeutet. Und dann gibt es noch meine zweite große Leidenschaft. Diejenige, die mich eigentlich schon seit meiner Jugend begleitet.

Über all die Jahre hinweg war meine Faszination für Cannabis nie verschwunden. Sie hatte sich verändert, war gewachsen und hatte immer neue Seiten bekommen. Doch lange Zeit war das alles einfach ein Teil meines privaten Lebens gewesen. Eine Leidenschaft, die mich begleitete, ohne dass ich jemals ernsthaft darüber nachgedacht hätte, was daraus eines Tages noch entstehen könnte.

Als Cannabis am 1. April 2024 in Deutschland teilweise legalisiert wurde, veränderte sich auch der Umgang mit einem Thema, das zuvor über Jahrzehnte weitgehend im Verborgenen stattgefunden hatte. Plötzlich eröffneten sich neue Möglichkeiten, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen und die eigene Begeisterung offener mit anderen Menschen zu teilen. Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnte: Genau diese Veränderung würde meinem Leben noch einmal eine völlig neue Richtung geben.

Denn manchmal sind es nicht die großen Entscheidungen, die unser Leben verändern. Manchmal beginnt etwas Neues ganz unscheinbar, ohne dass man ihm zunächst eine besondere Bedeutung beimisst. Bei mir sollte es mit ein paar Fotos, einer kleinen Idee und dem Wunsch beginnen, meine Leidenschaft mit anderen Menschen zu teilen. Und mit einer Begegnung, aus der später weit mehr entstehen würde, als ich damals für möglich gehalten hätte. 

03 – Die Geburt von Germany SeedCrafters

Manchmal braucht es nur eine Begegnung, damit aus einer Leidenschaft etwas Größeres entsteht.

Es gibt Momente im Leben, bei denen man zunächst überhaupt nicht ahnt, welche Bedeutung sie eines Tages bekommen werden. Ein Gespräch, eine zufällige Begegnung oder eine Entscheidung, die sich in diesem Augenblick gar nicht besonders groß anfühlt. Und manchmal blickt man Jahre später darauf zurück und stellt fest, dass genau dort etwas begonnen hat, das das eigene Leben nachhaltig verändert hat. Bei mir begann dieser Teil der Geschichte im Jahr 2024. Am 1. April trat in Deutschland die Teillegalisierung von Cannabis in Kraft. Nach all den Jahren, in denen man seine Begeisterung für diese Pflanze größtenteils für sich behalten hatte, fühlte sich das wie ein kleiner Neuanfang an. Natürlich war damit nicht plötzlich alles erlaubt, aber erstmals hatte man das Gefühl, offener über eine Leidenschaft sprechen zu können, die einen schon seit Jahrzehnten begleitete.

Ich war damals gerade besonders tief in einem Thema angekommen, das mich unglaublich faszinierte: Living Soil. Die Vorstellung, Pflanzen in einem lebendigen Boden wachsen zu lassen und die natürlichen Zusammenhänge zwischen Bodenleben, Mikroorganismen und Pflanzen besser zu verstehen, hatte mich regelrecht gepackt. Ich beschäftigte mich intensiv mit Korean Natural Farming, kurz KNF, lernte unterschiedliche Ansätze kennen und begann, mich auch mit selbst hergestellten Fermenten auseinanderzusetzen. Besonders interessierte mich, welchen Einfluss natürliche Prozesse auf die Entwicklung, die Qualität und die aromatischen Eigenschaften von Pflanzen haben können. Irgendwann dachte ich mir: Warum eigentlich nicht ein bisschen davon zeigen? Also begann ich, auf Instagram Fotos und Einblicke in meine Interessen und Projekte zu teilen. Pflanzenbilder, Living Soil, natürliche Methoden und all die Dinge, mit denen ich mich gerade beschäftigte. Anfangs machte das richtig Spaß. Man lernte andere Menschen kennen, tauschte Erfahrungen aus und entdeckte Gleichgesinnte, die dieselbe Begeisterung teilten.

Doch die Freude bekam immer wieder einen Dämpfer. Obwohl sich der gesellschaftliche und rechtliche Umgang mit Cannabis verändert hatte, war es auf sozialen Plattformen weiterhin schwierig, Inhalte rund um dieses Thema zu teilen. Auch einige meiner Profile waren von Einschränkungen und Sperrungen betroffen. Mehr als einmal musste ich neu anfangen. Das war manchmal wirklich frustrierend. Mit der Zeit lernte ich deshalb, bewusster auszuwählen, welche Inhalte ich öffentlich zeigte. Aber trotz all dieser Rückschläge hatte diese Zeit auch etwas unglaublich Positives: Über Instagram begegnete ich Menschen, die ich sonst wahrscheinlich niemals kennengelernt hätte.

Nach einigen Monaten wurde ich auf eine Cannabis-Community aufmerksam. Wie genau der erste Kontakt zustande kam, könnte ich heute gar nicht mehr sagen. Irgendwann war ich jedenfalls mittendrin. Es gab gemeinsame Gruppen, einen Instagram-Auftritt und die Idee, sich gegenseitig zu unterstützen. Man tauschte Erfahrungen aus, sprach über Sorten und Projekte und konnte voneinander lernen. Ich fand das zunächst eine richtig gute Sache. Gerade weil ich selbst immer gerne Neues dazugelernt hatte, gefiel mir der Gedanke, dass Menschen mit derselben Leidenschaft zusammenkommen und sich gegenseitig unterstützen. Ich verstand mich schnell mit einigen Mitgliedern, beteiligte mich an gemeinsamen Ideen und übernahm auch Aufgaben innerhalb der Community.

Und dort lernte ich Markus kennen. Es gibt Menschen, bei denen man nicht lange überlegen muss, ob man miteinander auskommt. Man unterhält sich ein paarmal, lacht über dieselben Dinge und merkt einfach, dass die Chemie stimmt. So war es bei uns. Markus hatte eine offene, herzliche Art, und wir verstanden uns von Anfang an. Wir konnten miteinander lachen, Ideen austauschen und uns stundenlang über unsere gemeinsame Leidenschaft unterhalten. Es entstand ziemlich schnell ein Vertrauen, das man nicht mit jedem Menschen aufbaut. Was ich damals noch nicht wusste: Aus dieser Bekanntschaft sollte einmal eine Freundschaft werden, die für mich persönlich und für Germany SeedCrafters von unschätzbarem Wert ist.

Zunächst waren wir aber einfach zwei begeisterte Grower innerhalb einer Community, die gemeinsam etwas bewegen wollten. Wir beteiligten uns an verschiedenen Ideen und organisierten schließlich auf eigene Initiative ein Community-Projekt. Dafür stellten wir unterschiedliche Genetiken und etwas Zubehör bereit und investierten auch eigenes Geld. Unser Wunsch war es, Menschen zusammenzubringen, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam etwas Interessantes zu entdecken. Leider entwickelte sich die Beteiligung nicht wie erhofft, sodass das Projekt nicht wie geplant abgeschlossen werden konnte. Das war natürlich schade. Gleichzeitig war es eine wertvolle Erfahrung, denn gerade dadurch wurde uns bewusst, wie viel Freude wir daran hatten, gemeinsam Ideen zu entwickeln und selbst etwas auf die Beine zu stellen. Wir merkten, dass wir ähnliche Vorstellungen davon hatten, was wir langfristig erreichen wollten.

Mit der Zeit wurde deshalb ein Gedanke immer stärker: Warum machen wir nicht einfach unser eigenes Ding? Was zunächst wie eine Idee unter Freunden klang, wurde nach und nach immer konkreter. Wir wollten nicht einfach nur eine weitere Community sein. Uns begeisterte die Vorstellung, mit Cannabisgenetiken zu arbeiten, eigene Samen zu entwickeln und irgendwann Sorten hervorzubringen, die eine ganz besondere Handschrift tragen. Denn für mich stand schon damals fest: Ich wollte nicht einfach nur immer stärkere Sorten sehen, bei denen sich alles um den höchstmöglichen THC-Wert dreht. Mich faszinierte etwas anderes. Der Geschmack. Der Geruch. Das Aroma. Diese besonderen Eigenschaften, durch die man sich auch Jahre später noch an eine bestimmte Genetik erinnert. Eine Sorte, bei der man die Augen schließt, den Duft wahrnimmt und sofort weiß: Die kenne ich. Die vergesse ich nicht. Das war die Richtung, in die ich gehen wollte.

Natürlich war uns klar, dass man so etwas nicht von heute auf morgen aufbaut. Eigene Genetiken zu entwickeln verlangt Zeit, Geduld, Erfahrung und die Bereitschaft, immer wieder dazuzulernen. Aber genau das reizte uns. Wir wollten etwas erschaffen, das nicht einfach nur einen Namen trägt, sondern irgendwann für eine bestimmte Vorstellung von Qualität und Leidenschaft steht. Und irgendwann kam der Moment, in dem ich sagte: Dann machen wir es eben richtig. Wir brauchten eine geschäftliche Grundlage, einen Namen, eine Richtung und vor allem die Entscheidung, tatsächlich anzufangen.

An diesem Punkt kam auch Daniela ins Spiel. Meine Frau kannte meine Begeisterung natürlich längst. Sie wusste, wie viel Zeit und Herzblut ich in dieses Hobby steckte und wie wichtig mir die ganze Sache war. Und als aus den Gesprächen mit Markus langsam ein konkretes Vorhaben wurde, sagte sie etwas, das für mich viel bedeutete: „Komm, ich unterstütze dich. Wir machen das zusammen.“ So gründeten Daniela und ich gemeinsam unser Unternehmen. Für mich war das etwas Besonderes. Wir sind verheiratet, wir vertrauen einander, und wenn ich einen solchen Schritt gehe, dann ist es schön, einen Menschen an meiner Seite zu haben, auf den ich mich hundertprozentig verlassen kann.

Gleichzeitig war Markus von Anfang an ein enger Wegbegleiter bei dem, was wir aufbauen wollten. Er brachte seine Erfahrungen, seine Begeisterung und viele eigene Ideen ein. Er war meine rechte Hand, mein engster Mitstreiter bei der Entwicklung unserer Vorstellungen. Und das ist er bis heute. Manchmal lässt sich die Bedeutung eines Menschen eben nicht allein durch einen Vertrag oder eine offizielle Bezeichnung ausdrücken. Markus ist für mich ein wesentlicher Teil der Geschichte von Germany SeedCrafters. Wir besprechen Entscheidungen, entwickeln Ideen und arbeiten gemeinsam daran, unsere Vorstellungen Wirklichkeit werden zu lassen.

Was unsere Zusammenarbeit besonders macht, ist das Vertrauen. Ein gegebenes Wort hat bei uns Gewicht. Natürlich sind wir nicht immer einer Meinung. Und ich gebe offen zu, dass ich manchmal ziemlich temperamentvoll sein kann. Wenn mich etwas ärgert oder mir etwas nicht passt, sage ich das gelegentlich deutlicher, als es vielleicht nötig wäre. Markus hat dabei schon so manche meiner Launen ausgehalten. Und was ich an ihm besonders schätze, ist seine ruhige, souveräne Art. Er lässt sich nicht so leicht aus der Fassung bringen, bleibt sachlich und schafft es immer wieder, auch angespannte Situationen mit einer bemerkenswerten Gelassenheit zu meistern. Dafür bin ich ihm wirklich dankbar. Denn Menschen, auf die man sich verlassen kann, sind nicht selbstverständlich. Und Menschen, mit denen man gemeinsam etwas aufbauen kann, ohne bei jeder Schwierigkeit das Vertrauen ineinander zu verlieren, sind noch seltener.

Während unsere Idee langsam Gestalt annahm, fehlte uns allerdings noch etwas ganz Entscheidendes: ein Name. Wir hatten zunächst eine andere Bezeichnung im Kopf, die sich rechtlich jedoch nicht verwenden ließ. Also überlegten wir weiter. Was sollte unser Name ausdrücken? Was wollten wir überhaupt einmal sein? Wir wollten eigene Seeds entwickeln, mit Genetiken arbeiten und nicht einfach nur etwas weitergeben, sondern selbst etwas gestalten und erschaffen. Genau bei diesem Gedanken entstand die Idee, das englische Wort „Craft“ in unseren Namen aufzunehmen. Etwas mit dem eigenen Wissen erschaffen, mit Geduld, Erfahrung und einer persönlichen Vorstellung davon, was am Ende entstehen soll. Markus brachte schließlich einen Namen ins Gespräch, der all das miteinander verband: SeedCrafters. Weil wir in Deutschland zu Hause waren und hier zunächst unsere Wurzeln und unseren Markt sahen, wurde daraus schließlich Germany SeedCrafters.

Ich war anfangs nicht sofort restlos überzeugt. Ein Name muss bei mir erst einmal wachsen, bis er sich richtig anfühlt. Doch je länger wir darüber sprachen, desto besser gefiel mir die Bedeutung dahinter. Germany SeedCrafters. Menschen, die sich mit Leidenschaft und handwerklichem Anspruch der Welt der Cannabisgenetiken widmen wollen. Und damit hatte unsere Idee endlich einen Namen.

Natürlich war mit der Gründung noch lange kein fertiges Unternehmen entstanden. Es gab keinen großen Investor, keine Agentur, die uns alles vorbereitete, und kein Team von Spezialisten, das im Hintergrund die Arbeit erledigte. Wir mussten uns vieles selbst beibringen. Wie baut man einen Online-Shop auf? Wie gestaltet man eine Website? Wie funktioniert die Technik dahinter? Wie erstellt man Grafiken, kümmert sich um Produkte und bringt all die kleinen Dinge zum Laufen, die für Außenstehende oft ganz selbstverständlich aussehen? Also wurde gelesen, ausprobiert, gelernt und manchmal auch geflucht. Ich brachte mir vieles selbst bei, arbeitete mich in die Technik ein und baute unseren Shop Stück für Stück auf. Nicht alles funktionierte auf Anhieb. Manchmal musste ich mich stundenlang mit einem einzigen Problem beschäftigen, bis endlich das Ergebnis herauskam, das ich mir vorgestellt hatte. Und manchmal stellte ich hinterher fest, dass es wahrscheinlich auch einen einfacheren Weg gegeben hätte. Aber so lernt man eben.

Was dabei leicht vergessen wird: Unser Alltag läuft ganz normal weiter. Die Arbeit im Sicherheitsdienst, lange Dienste, die Familie, die Hunde und all die Verpflichtungen, die zum Leben dazugehören, verschwinden nicht einfach, nur weil man eine Geschäftsidee hat. Germany SeedCrafters entsteht deshalb nicht in einem großen Büro mit festen Arbeitszeiten und einem riesigen Budget. Es entsteht neben unserem ganz normalen Leben, an freien Tagen, nach langen Arbeitsschichten und manchmal zu Uhrzeiten, zu denen andere Menschen längst schlafen. Vielleicht ist unser Shop deshalb nicht an jeder Stelle so perfekt wie eine Website, für die eine professionelle Agentur viele Tausend Euro verlangt. Aber er ist mit etwas entstanden, das man nicht einfach kaufen kann: mit Herzblut, mit unzähligen Stunden eigener Arbeit und mit dem festen Willen, etwas zu erschaffen, hinter dem wir wirklich stehen.

Wir wollen keine riesige Firma aufbauen, nur um möglichst große Umsätze zu erzielen. Natürlich muss ein Unternehmen wirtschaftlich funktionieren. Aber das war nie der eigentliche Grund, weshalb wir angefangen haben. Unser Gedanke war von Anfang an ein anderer: Von Growern. Für Grower. Wir möchten Menschen erreichen, die dieselbe Begeisterung teilen. Menschen, die sich für Genetiken interessieren, die den Unterschied zwischen verschiedenen Aromen schätzen und die verstehen, dass eine besondere Sorte weit mehr sein kann als nur eine Zahl auf einer Verpackung. Unser Herz schlägt für die Aromawelt, für außergewöhnliche Gerüche, intensive Geschmacksrichtungen und Genetiken, die nicht nur auf dem Papier beeindrucken, sondern im Gedächtnis bleiben. Wir wollen mit Leidenschaft, Geduld und einer klaren Vorstellung daran arbeiten, solche Genetiken eines Tages selbst zu erschaffen. Nicht unbedingt die mit dem höchsten THC-Wert, sondern die, an die man sich erinnert.

Wenn ich heute auf die Anfänge zurückblicke, finde ich es manchmal erstaunlich, wie sich die Dinge entwickelt haben. Da war ein junger Mann, der schon als Jugendlicher von einer Pflanze fasziniert war. Viele Jahre später begann er, ein paar Bilder seiner Projekte auf Instagram zu teilen. Darüber lernte er eine Community kennen, sammelte Erfahrungen und begegnete schließlich einem Menschen, der zu einem seiner wichtigsten Weggefährten werden sollte. Aus Gesprächen mit Markus wurde eine Idee. Aus dieser Idee wurde mit Danielas Unterstützung ein gemeinsames Unternehmen. Und aus dem Wunsch, etwas Eigenes zu erschaffen, entstand schließlich Germany SeedCrafters.

Wir standen damit noch ganz am Anfang. Vieles war ungewiss, und niemand konnte sagen, wohin uns dieser Weg einmal führen würde. Aber wir hatten etwas, das für uns von Anfang an wichtiger war als große Versprechungen: eine gemeinsame Leidenschaft, Vertrauen ineinander und den Mut, einfach anzufangen. So wurde Germany SeedCrafters geboren. Nicht als fertige Erfolgsgeschichte, sondern als ein Herzensprojekt, das gerade erst begonnen hatte. 

04 – Aus einer Idee wurde Wirklichkeit

Große Träume brauchen keine perfekten Voraussetzungen. Sie brauchen Menschen, die bereit sind, für sie zu kämpfen.

Als Germany SeedCrafters endlich seinen Namen bekommen hatte, war das für uns ein unglaublich schönes Gefühl. Aus unzähligen Gesprächen, gemeinsamen Ideen und einer Leidenschaft, die uns schon so viele Jahre begleitete, war plötzlich etwas Greifbares geworden. Daniela und ich hatten unser eigenes Unternehmen gegründet, Markus stand mit seiner Erfahrung, seiner Begeisterung und seinen Ideen fest an unserer Seite, und vor uns lag ein Weg, von dem wir noch gar nicht wussten, wohin er uns einmal führen würde. Eines war uns allerdings von Anfang an klar: Wir wollten nicht einfach einen weiteren Onlineshop eröffnen, in dem man möglichst viele Produkte findet. Wir wollten etwas Eigenes erschaffen. Einen Ort für Menschen, die unsere Begeisterung für außergewöhnliche Genetiken, faszinierende Aromen und die unzähligen Möglichkeiten dieser besonderen Pflanze teilen. Unsere eigenen Hausgenetiken waren dabei schon längst ein fester Bestandteil unserer Pläne. Doch während wir weiter an unseren Ideen arbeiteten, standen wir zunächst vor einer ganz praktischen Herausforderung: Wie baut man als kleines, gerade gegründetes Unternehmen ein Sortiment auf, hinter dem man wirklich mit voller Überzeugung stehen kann? Wir hatten kein riesiges Startkapital, keine großen Lagerhallen und auch kein fertiges Netzwerk aus Herstellern und Lieferanten. Dafür hatten wir jede Menge Erfahrung, eine ordentliche Portion Ehrgeiz und vor allem den Willen, uns etwas Eigenes aufzubauen. Und manchmal braucht es genau in solchen Momenten einen Menschen, der eine Tür öffnet, hinter der sich plötzlich ganz neue Möglichkeiten auftun.

Für uns war dieser Mensch Thomas. Markus hatte über unsere frühere Community bereits erste Kontakte zu Kannabia Seeds geknüpft. Als sich schließlich die Gelegenheit ergab, das Unternehmen auf der Mary Jane persönlich kennenzulernen, machte er sich auf den Weg und traf dort auf Thomas. Was zunächst wie ein gewöhnlicher Messebesuch begann, sollte für Germany SeedCrafters zu einer Begegnung werden, die vieles veränderte. Thomas brachte etwas mit, das für ein junges Unternehmen unglaublich wertvoll ist: jahrzehntelange Erfahrung in der Branche, wertvolle Kontakte und die Bereitschaft, sein Wissen mit Menschen zu teilen, die gerade erst anfangen, ihren eigenen Weg zu gehen. Er hörte sich an, was wir vorhatten, und unterstützte uns dabei, aus unseren Vorstellungen langsam etwas Wirkliches zu machen. Durch diesen Austausch eröffneten sich uns Möglichkeiten, von denen wir zu Beginn kaum zu träumen gewagt hatten. Kannabia wurde zu einem unserer wichtigen Partner, und gleichzeitig konnten wir unsere Produktwelt Stück für Stück erweitern. Plötzlich hatten wir Zugang zu einer großen Auswahl unterschiedlichster Artikel, aus der wir genau das zusammenstellen konnten, was zu unserer Philosophie passte.

Doch ein Moment ist mir dabei besonders in Erinnerung geblieben: unsere erste größere Lieferung von Kannabia. Da stand auf einmal diese riesige Kiste voller photoperiodischer Seeds vor uns. Für ein kleines Unternehmen, das gerade erst seine ersten Schritte machte, war das etwas ganz Besonderes. Es ging dabei nicht nur um den Warenwert oder darum, endlich Produkte für unseren Shop zu haben. Viel wichtiger war das Gefühl, dass jemand mit so viel Erfahrung unsere Idee ernst nahm und bereit war, mit uns zusammenzuarbeiten. Dieses Vertrauen bedeutete Markus und mir unglaublich viel. Und Thomas blieb uns auch danach erhalten. Wir führten weitere Gespräche, tauschten uns über unseren Shop aus und bekamen wertvolle Anregungen, wie wir bestimmte Dinge besser strukturieren konnten. Gerade in dieser Anfangszeit merkten wir immer wieder, wie groß der Unterschied zwischen einer Leidenschaft und der Führung eines Unternehmens tatsächlich ist. Man kann sich noch so gut mit Pflanzen, Genetiken und Anbaumethoden auskennen – plötzlich muss man sich zusätzlich mit Produkten, Lieferanten, Preisen, technischen Fragen und unzähligen anderen Dingen beschäftigen. Nicht alles funktioniert auf Anhieb, und vieles lernt man erst, wenn man selbst mittendrinsteckt. Umso dankbarer waren und sind wir für Menschen wie Thomas, die ihre Erfahrungen mit uns teilen.

Während unsere Produktwelt langsam Gestalt annahm, gab es allerdings einen Bereich, bei dem ich von Anfang an keinerlei Zweifel hatte. Einen Bereich, der mich persönlich schon seit vielen Jahren faszinierte und den ich unbedingt zu Germany SeedCrafters bringen wollte: Living Soil. Wer mich kennt, weiß, dass ich mich stundenlang über lebendige Böden, Mikroorganismen und natürliche Kreisläufe unterhalten könnte. Für manche Menschen ist Erde einfach Erde. Für mich steckt darin eine ganze Welt. Je länger ich mich mit Living Soil, Korean Natural Farming und natürlichen Fermenten beschäftigte, desto faszinierender fand ich das Zusammenspiel zwischen Pflanzen, Bodenleben und ihrer Umgebung. Mich begeisterte der Gedanke, dass unter unseren Füßen unzählige kleine Prozesse stattfinden, von denen wir oft nur einen Bruchteil wahrnehmen. Und irgendwann verändert dieses Wissen auch den eigenen Blick auf die Pflanzen. Man versucht nicht mehr, jeden Vorgang mit Gewalt zu beeinflussen, sondern beginnt, die natürlichen Zusammenhänge besser zu verstehen.

Über die Jahre hatte ich mit unterschiedlichen Produkten und Methoden gearbeitet, vieles ausprobiert und dabei meine ganz eigenen Erfahrungen gesammelt. Besonders überzeugt hatten mich die Produkte von Almicana Bio Living Soil. Dahinter steht Pablo, ein Mensch, dessen Begeisterung für lebendige Böden ich sehr schätze. Was mir an ihm gefällt, ist nicht nur sein Wissen, sondern vor allem die Art, wie er nach meinem Eindruck seine Überzeugungen selbst lebt. Wer sich für seine Geschichte interessiert, kann auf seinem YouTube-Kanal einiges darüber erfahren. Ich hatte mit seinen Produkten über die Jahre sehr gute Erfahrungen gemacht, und deshalb war für mich klar, dass ich genau diese Begeisterung auch in unsere Firma einbringen wollte. Denn bei einer Sache bin ich ziemlich eigen: Ich möchte unseren Kunden nichts empfehlen, nur weil es gerade beliebt ist oder sich gut verkaufen lässt. Wenn ich von etwas erzähle, dann am liebsten, weil ich es selbst kenne und aus eigener Erfahrung dahinterstehen kann. So fanden Almicana und verschiedene Produkte rund um lebendige Böden ihren Platz in unserem Sortiment.

Während wir unser Sortiment weiter aufbauten, kamen Markus und ich auf eine Idee, die uns beide sofort gepackt hatte. Was wäre, wenn wir nicht nur unsere Erfahrungen teilen, sondern einen eigenen Bereich schaffen würden, in dem wir Beobachtungen sammeln, Entwicklungen verfolgen und unsere Versuche nachvollziehbar dokumentieren könnten? Nicht einfach nur ein Growzelt mit ein paar Pflanzen, sondern ein richtiges Research Lab, in dem unsere Leidenschaft für Living Soil mit moderner Technik zusammenkommt. Je länger wir darüber sprachen, desto größer wurde unsere Begeisterung. Wir wollten einen hochwertig ausgestatteten Bereich schaffen, der nicht nur uns selbst Freude macht, sondern dessen Beobachtungen und Erfahrungen wir eines Tages auch mit anderen interessierten Menschen teilen könnten.

Was Markus und ich damals vor Augen hatten, war weit mehr als eine gewöhnliche Growkammer. Wir träumten von einem sorgfältig ausgestatteten Studio, in dem wir Umweltbedingungen und Entwicklungen beobachten, Messwerte dokumentieren und unsere Erfahrungen festhalten könnten. Dafür wollten wir moderne Technik einsetzen, die zuverlässig funktioniert und sinnvoll aufeinander abgestimmt ist. Bei der Planung unserer ersten Ausstattung kamen wir auch mit einem Hersteller ins Gespräch, mit dem wir zunächst eine Zusammenarbeit ins Auge fassten. Wir tauschten uns über unsere Vorstellungen aus und beschäftigten uns intensiv mit den Möglichkeiten, die sich daraus für unser Research Lab ergeben könnten. Im weiteren Verlauf entschieden wir uns jedoch, für unser Vorhaben einen anderen Weg einzuschlagen und die technische Ausstattung nach unseren eigenen Vorstellungen zusammenzustellen. So konnten wir unterschiedliche Lösungen miteinander verbinden und unser Konzept Schritt für Schritt weiterentwickeln.

Also machten wir uns daran, genauer zu überlegen, welche Komponenten wir tatsächlich benötigten und wie wir unser Studio so gestalten konnten, dass es unseren Anforderungen entsprach. Bei der Beleuchtung fiel unsere Wahl schließlich auf SANlight. Auch bei der Bewässerung begannen wir, eigene Ideen umzusetzen und unsere ursprünglichen Planungen weiterzuentwickeln. Dabei lief natürlich nicht alles sofort perfekt. Manche Ansätze funktionierten auf Anhieb, andere mussten wir wieder verwerfen oder mehrfach verbessern. Aber genau dieses Tüfteln, Ausprobieren und Verstehen hatte mich schon als Jugendlichen begeistert, als ich meine ersten Pflanzen wachsen sah. Damals stand ein kleiner Plastikbecher mit Erde am Anfang. Heute beschäftigen wir uns mit einem ganzen Research Lab. Und irgendwie steckt in beidem derselbe Gedanke: die Neugier darauf, was möglich ist, wenn man sich wirklich mit einer Sache beschäftigt.

Unser ursprünglich geplantes gemeinschaftliches Forschungsprojekt haben wir aus wirtschaftlichen Gründen zunächst zurückgestellt, denn größere Investitionen müssen erst einmal wieder erwirtschaftet werden. Das Research Lab selbst haben wir aber nicht aufgegeben. Wir entwickeln es weiter, Schritt für Schritt, mit unseren eigenen Ideen und Erfahrungen. Während wir damit beschäftigt waren, öffnete sich bereits die nächste Tür. Diesmal ging es um einen Bereich, in dem ich über viele Jahre hinweg ganz eigene Erfahrungen gesammelt hatte: Stecklinge. Seit ungefähr 15 Jahren hatte ich als Endkunde mit unterschiedlichen Anbietern zu tun und dabei vieles über die Eigenschaften gelernt, auf die ich persönlich Wert lege. Ich wollte gesunde, vitale Stecklinge, interessante Genetiken und einen Partner, mit dem wir eine verlässliche Zusammenarbeit aufbauen konnten.

Durch meine Begeisterung für SANlight, deren Beleuchtung ich selbst seit Langem schätze, wurde ich schließlich auf GARTENZWERG und die österreichische ERBETIX GmbH aufmerksam. Ich begegnete dem Unternehmen immer wieder im Umfeld von SANlight und auf Instagram, wurde neugierig und beschäftigte mich näher damit. Schließlich schrieb ich einfach eine E-Mail und fragte, ob man sich eine Zusammenarbeit mit unserem jungen Unternehmen vorstellen könnte. Nach einigen Terminabsprachen kam es zu einem gemeinsamen Gespräch, bei dem Markus und ich unsere Ansprechpartner kennenlernten. Wir erzählten von Germany SeedCrafters, unseren Vorstellungen und davon, was wir unseren Kunden gerne anbieten möchten. Aus diesem Austausch entwickelte sich eine Partnerschaft, über die wir uns sehr freuen. Die ersten sechs Stecklingssorten fanden ihren Weg in unseren Shop, weitere sollen folgen.

Wenn ich heute auf diese Zeit zurückblicke, wird mir bewusst, wie viel in verhältnismäßig kurzer Zeit passiert ist. Da waren Begegnungen, die uns Türen öffneten, Menschen, die uns ihr Vertrauen schenkten, und Herausforderungen, die uns manchmal mehr Kraft kosteten, als wir erwartet hatten. Daniela trug unseren gemeinsamen Weg weiterhin mit, Markus und ich arbeiteten an immer neuen Ideen, und gleichzeitig lief das ganz normale Leben weiter – mit langen Arbeitstagen, Familie, Verantwortung und auch persönlich schweren Zeiten. Nicht alles ging so schnell, wie wir es uns gewünscht hätten, und längst nicht jeder Plan funktionierte auf Anhieb. Aber aus einer Idee war langsam etwas Wirkliches geworden: ein Unternehmen mit einer eigenen Philosophie, einem Sortiment, hinter dem wir stehen wollten, einem Research Lab, das wir mit viel Eigeninitiative weiterentwickelten, und Menschen, die uns auf diesem Weg begleiteten.

Doch während wir all diese Grundlagen schufen, arbeiteten Markus und ich längst an dem, was uns von der ersten Minute an verbunden hatte: dem Traum von unseren ganz eigenen Genetiken. Genetiken, die nicht einfach nur einen Namen tragen, sondern durch ihren Charakter, ihre Aromen und ihren Geschmack in Erinnerung bleiben. Und genau hier beginnt das nächste Kapitel unserer Geschichte. 

05 – Wenn aus Leidenschaft eigene Genetiken werden

Manchmal beginnt ein großer Traum lange bevor man überhaupt weiß, welchen Namen er einmal tragen wird.

Als Markus und ich uns kennenlernten, merkten wir ziemlich schnell, dass uns nicht nur die Begeisterung für Cannabis verband. Wir teilten auch den Wunsch, eines Tages eigene Genetiken zu entwickeln. Schon lange bevor Germany SeedCrafters seinen Namen bekam, beschäftigten wir uns intensiv mit unterschiedlichen genetischen Eigenschaften, tauschten Erfahrungen aus und entwickelten erste gemeinsame Vorstellungen. Wir lasen, recherchierten, diskutierten über besondere Sorten und darüber, welche Eigenschaften uns persönlich am meisten begeisterten. Aus vielen Gesprächen und Überlegungen entstand nach und nach eine Richtung, die uns beide faszinierte: Wir wollten Genetiken mit einem unverwechselbaren Charakter schaffen, bei denen nicht allein Zahlen und Trends im Mittelpunkt stehen, sondern vor allem ihre besonderen Aromen und Eigenschaften. Dabei wurde uns immer bewusster, wie viel Wissen, Geduld und Erfahrung hinter der Entwicklung einer eigenen Genetik stecken. Aber genau das machte die Sache für uns so spannend. Wir wollten nicht einfach nur darüber reden, irgendwann etwas Eigenes zu erschaffen. Wir wollten herausfinden, ob wir unsere Vorstellungen eines Tages tatsächlich verwirklichen könnten.

Dabei beschäftigte uns vor allem eine Frage: Was würden wir eigentlich selbst gerne haben? Der Markt war voller bekannter Namen, neuer Trends und immer höherer THC-Angaben. Doch genau diesem Wettlauf wollten wir nicht hinterherlaufen. Wir suchten nach außergewöhnlichen Aromen, besonderen Eigenschaften und Genetiken mit einem unverwechselbaren Charakter. So entstanden die Ideen für unsere ersten vier Hausgenetiken. Bei Ruby Dust stand der Wunsch nach fruchtigen, kirschigen und leicht käsigen Aromen im Mittelpunkt. Bei Crimson Nox, FrostForge und Crown of Ice spielte unsere Begeisterung für harzreiche Blüten, intensive Terpenprofile und die Weiterverarbeitung eine besondere Rolle. Denn Markus und ich teilen auch die Leidenschaft für gutes Haschisch und hochwertiges Rosin. Uns begeistert diese Verbindung aus Pflanzenvielfalt, Genuss und handwerklicher Tradition. Welche genetischen Hintergründe unsere einzelnen Entwicklungen haben und wie unsere Arbeit im Detail aussieht, bleibt allerdings unser kleines Betriebsgeheimnis. Schließlich muss man ja auch nicht jedes Geheimnis aus seiner Werkstatt verraten.

Mit unseren ersten gemeinsamen Ideen war der Anfang gemacht, doch bis daraus tatsächlich unsere eigenen Hausgenetiken werden konnten, lag noch ein aufregender Weg vor uns. Über unsere Möglichkeiten in Spanien konnten wir weitere Schritte unserer genetischen Entwicklungsarbeit begleiten und neue Perspektiven für die Zukunft gewinnen. Was sich heute so einfach anhört, bedeutete damals unzählige E-Mails, Fotos, Gespräche, Planungen und Entscheidungen. Manchmal waren wir voller Vorfreude, manchmal hatten wir ein merkwürdiges Gefühl, weil wir selbst noch nicht wussten, wie sich alles entwickeln würde. Gerade in dieser Phase entstand die Idee, unserer Arbeit an eigenen Genetiken eine eigene Identität zu geben. Unter dem Dach von Germany SeedCrafters sollte eine hauseigene Breeder-Werkstatt entstehen, die sich ganz unseren Vorstellungen und unserer Leidenschaft widmet. Wir überlegten eine Weile und entschieden uns schließlich für den Namen Terp Rootz Genetics – unsere Breeder-Werkstatt in Spanien. Damit hatte unsere gemeinsame Arbeit nicht nur eine Richtung, sondern auch eine eigene Identität bekommen. Terp Rootz Genetics steht für unsere Begeisterung für besondere genetische Eigenschaften, für unsere langfristigen Ziele und für den Anspruch, uns mit Geduld und Sorgfalt weiterzuentwickeln. Die Möglichkeiten in Spanien sollen uns dabei helfen, zukünftige Projekte, Selektionen und neue Ideen Schritt für Schritt voranzubringen.

Aus unseren ersten vier Hausgenetiken entwickelte sich mit der Zeit ein größeres Sortiment. Weitere Genetiken kamen hinzu, bis schließlich neun Hausgenetiken zu unserem Angebot gehörten. Auch dabei ging es uns darum, unterschiedliche genetische Richtungen auf unsere eigene Weise zu interpretieren und etwas anzubieten, hinter dem wir selbst stehen konnten. Natürlich verraten wir nicht sämtliche Hintergründe unserer Arbeit, denn manche Dinge gehören einfach hinter die Kulissen. Aber eines kann ich sagen: Als unsere eigenen Seedpackungen schließlich vor uns lagen, war das ein Moment, den ich so schnell nicht vergessen werde. Nach all den Monaten voller Überlegungen, E-Mails, Fotos und Entscheidungen war plötzlich etwas Greifbares daraus geworden. Es fühlte sich fast unwirklich an. Man wusste zwar, wie viel Arbeit und Herzblut dahintersteckten, und trotzdem war es schwer zu begreifen, dass wir nun tatsächlich unsere eigenen Hausgenetiken in den Händen hielten. Aus einer gemeinsamen Idee war etwas geworden, das wir unter unserem eigenen Namen weitergeben konnten. Für uns war das nicht einfach nur ein weiterer Artikel im Sortiment. Es war ein Stück unserer gemeinsamen Geschichte.

Natürlich wollten wir unsere Genetiken auch selbst besser kennenlernen und ihre Entwicklung beobachten. Markus beschäftigte sich intensiv mit verschiedenen unserer Sorten und konnte unter anderem erste Eindrücke von Ruby Dust sammeln. Auch FrostForge begleitete uns in unseren eigenen Beobachtungen, und wir sammelten weitere Erfahrungen mit unseren Entwicklungen. Doch von Anfang an war uns auch wichtig, andere Menschen an dieser Reise teilhaben zu lassen. Wir teilten Einblicke auf Instagram, tauschten uns mit interessierten Growern aus und freuten uns über die ersten Bilder und Rückmeldungen aus unserer Community. Plötzlich sahen wir eine Ruby Dust oder Crimson Nox bei Menschen, die unsere Begeisterung teilten. Das war ein unglaublich schönes Gefühl. Denn hinter jeder dieser Genetiken steckt für uns eine Geschichte, und wenn andere Menschen nun ihre eigenen Erfahrungen damit machen und uns daran teilhaben lassen, bekommt unsere Arbeit noch einmal eine ganz andere Bedeutung. Für jedes Bild, jede ehrliche Rückmeldung und jeden Menschen, der uns auf diesem Weg begleitet, sind wir wirklich dankbar.

Mit der Zeit wurde mir immer deutlicher, dass Germany SeedCrafters für uns längst mehr geworden war als ein Shop mit verschiedenen Produkten. Wir hatten angefangen, eigene Ideen umzusetzen, unsere Vorstellungen von besonderen Genetiken zu verwirklichen und Menschen zu erreichen, die ähnlich denken wie wir. Dabei haben wir auch gelernt, dass nicht jede Entscheidung sofort zum gewünschten Ergebnis führt und dass manche Wege wesentlich länger dauern, als man ursprünglich erwartet. Doch gerade diese Erfahrungen gehören dazu. Wir wollen auch in Zukunft neugierig bleiben, weiterlernen und uns nicht davon bestimmen lassen, was gerade besonders angesagt ist. Denn für uns ist eine Genetik nicht automatisch etwas Besonderes, nur weil sie einen bekannten Namen trägt oder auf dem Papier beeindruckende Werte verspricht. Entscheidend ist, was sie tatsächlich auszeichnet, welche Eigenschaften sie mitbringt und welche Erfahrungen Menschen mit ihr machen. Und genau deshalb bedeutet es uns so viel, wenn aus unserer Community ehrliche Rückmeldungen kommen. Sie erinnern uns daran, für wen wir diesen Weg überhaupt eingeschlagen haben.

Wenn du mich heute fragst, was mein größter Traum für Germany SeedCrafters ist, dann ist meine Antwort eigentlich ganz einfach: Ich möchte Menschen mit unseren Genetiken begeistern. Nicht unbedingt mit der Sorte, die den höchsten THC-Wert auf dem Etikett trägt, sondern mit einer, die durch ihr außergewöhnliches Aroma, ihren Charakter und ihre besonderen Eigenschaften in Erinnerung bleibt. Für mich geht es nicht darum, immer höher, stärker oder extremer zu werden. Es geht um Leidenschaft, um die Begeisterung für außergewöhnliche Pflanzen und um die kleinen Momente, die einem lange im Gedächtnis bleiben. Und wenn wir mit unseren eigenen Genetiken irgendwann genau solche Erinnerungen schaffen können, dann haben wir etwas erreicht, das für mich weit mehr wert ist als jede Zahl auf einer Verpackung. 

06 – Wenn Leidenschaft zum Lebensgefühl wird

Manchmal werde ich gefragt, wie wir das eigentlich alles unter einen Hut bekommen. Germany SeedCrafters, unsere eigenen Genetiken, die Arbeit, die Familie und all die Dinge, die im Alltag erledigt werden müssen. Und ganz ehrlich? Manchmal weiß ich selbst nicht so genau, wie wir das schaffen. Hinter Germany SeedCrafters stehen keine Superhelden und auch kein riesiges Team, das uns jeden Wunsch von den Augen abliest. Wir sind ganz normale Menschen mit einem ganz normalen Alltag. Ich arbeite als Hundeführer im Sicherheitsdienst, und meine Schichten können lang und anspruchsvoll sein. Wenn man dann nach Hause kommt, wartet nicht automatisch die große Erholung. Es gibt eine Familie, um die man sich kümmern möchte, Verpflichtungen, die nicht verschwinden, und ein Unternehmen, das ebenfalls Aufmerksamkeit braucht. Natürlich möchten wir, dass aus Germany SeedCrafters etwas Besonderes wird. Aber ein Tag hat nun einmal nur 24 Stunden. Und manchmal reichen die einfach vorne und hinten nicht.

Trotzdem ist Germany SeedCrafters jeden Tag ein Teil unseres Lebens. Kaum vergeht ein Abend, an dem Markus und ich nicht miteinander sprechen. Wir tauschen Ideen aus, überlegen, was wir verbessern können, schauen uns an, welche Beiträge Menschen erreichen und welche vielleicht nicht so funktionieren, wie wir es uns vorgestellt haben. Wir entdecken Fehler, suchen Lösungen und haben meistens schon wieder drei neue Ideen, bevor die letzte überhaupt richtig umgesetzt ist. Gleichzeitig möchten wir auf Instagram und anderen Plattformen Inhalte zeigen, die unserer Leidenschaft gerecht werden. Gute Bilder, interessante Geschichten, professionelle Videos und Einblicke, die wirklich etwas erzählen. Doch solche Dinge entstehen nicht einfach nebenbei. Dahinter stecken Zeit, Kreativität und eine Menge Arbeit. Auch die öffentliche Kommunikation rund um Cannabis bringt manchmal besondere Herausforderungen mit sich. Deshalb achten wir darauf, wie wir unsere Projekte vorstellen, bleiben kreativ und suchen nach Möglichkeiten, unsere Geschichte auf eine Weise weiterzuerzählen, die zu uns passt. Nicht immer gelingt uns alles so schnell oder so professionell, wie wir es gerne hätten. Aber wir lernen dazu, hinterfragen unsere Fehler und machen weiter. Denn hinter einem Unternehmen sitzt manchmal eben auch einfach ein müder Mensch, der spätabends noch eine Idee aufschreibt und überlegt, wie er sie am nächsten Tag verwirklichen kann.

Und während wir versuchen, all diese Aufgaben zu bewältigen, steht unsere eigentliche Leidenschaft natürlich niemals still. Mit unseren ersten neun Hausgenetiken war unsere Reise noch lange nicht zu Ende. Weitere Ideen und Entwicklungen beschäftigen uns bereits, und wir hoffen, im Laufe des Jahres 2027 neue Ergebnisse vorstellen zu können. Besonders gespannt bin ich auf einige Genetiken, die mich geschmacklich und vom Charakter her wieder ein Stück in Richtung jener besonderen Oldschool-Sorten führen könnten, die ich persönlich so liebe. Zurück zu Erinnerungen an Genetiken, die nicht einfach nur stark waren, sondern ihren ganz eigenen Charakter hatten. Gleichzeitig beschäftigen wir uns mit weiteren Aromaprofilen, die uns neugierig machen und neue Möglichkeiten eröffnen. Manchmal begegnet einem etwas, bei dem man sofort denkt: Das müssen andere Menschen irgendwann selbst erleben können. Natürlich wissen wir, dass sich nicht jede Vorstellung automatisch erfüllt. Deshalb bleiben wir neugierig, beobachten die Entwicklung und lassen uns von den Ergebnissen überraschen. Aber die Vorfreude ist jetzt schon riesig.

Vielleicht fragt sich der eine oder andere, warum man sich neben einem ohnehin anstrengenden Alltag freiwillig noch so viel zusätzliche Arbeit macht. Warum man nach einer langen Schicht nicht einfach die Füße hochlegt und den Rest des Tages nichts mehr tut. Meine Antwort darauf ist eigentlich ziemlich einfach: Weil ich diese Pflanze liebe. Und zwar nicht nur wegen einzelner Eigenschaften, sondern wegen allem, was sie ausmacht. Wegen ihrer Entwicklung, ihrer Vielfalt, ihrer Aromen und dieser unglaublichen Faszination, die sie auf mich ausübt. Für mich ist Gärtnern wie Meditation. Wenn ich einen richtig stressigen Tag hinter mir habe, gehe ich zu meinen Pflanzen. Manchmal verbringe ich dort eine ganze Weile, beobachte ihre Entwicklung und lasse den Trubel des Alltags draußen. Und wenn ich wieder herauskomme, habe ich oft ein Grinsen im Gesicht. Der Stress ist vielleicht nicht verschwunden, und die Aufgaben warten natürlich immer noch. Aber ich fühle mich wieder anders. Ruhiger. Zufriedener. Ein Stück weit bei mir selbst. Und genau dieses Gefühl ist etwas, das ich für kein Geld der Welt eintauschen möchte.

Ich glaube, die leidenschaftlichen Grower unter euch wissen ganz genau, wovon ich spreche. Besonders diejenigen, die sich schon über viele Jahre hinweg mit Pflanzen beschäftigt, unzählige Stunden mit ihrer Entwicklung verbracht und dabei immer wieder etwas Neues entdeckt haben. Für sie bedeutet diese Leidenschaft häufig unglaublich viel. Manchmal lässt sich so etwas kaum erklären. Es ist eben nicht einfach nur ein Hobby, das man gelegentlich ausübt. Es ist eine Begeisterung, die einen über viele Jahre begleitet und immer wieder aufs Neue fasziniert. Andere Menschen verbringen ihre freie Zeit vielleicht lieber mit ganz anderen Dingen. Ich bin oft am glücklichsten, wenn ich mich um meine Pflanzen kümmern kann. Ich fühle mich der Natur dabei besonders verbunden. Und wenn ich sehe, wie unterschiedlich sich Pflanzen entwickeln können, wie vielfältig ihre Düfte sind und wie viel es immer noch zu entdecken gibt, dann weiß ich wieder, warum mich dieses Thema niemals losgelassen hat.

Zu dieser Leidenschaft gehört für mich auch eine ganz persönliche Überzeugung: Ich liebe Living Soil. Einen lebendigen Boden, in dem unzählige kleine Organismen zusammenwirken und natürliche Kreisläufe eine wichtige Rolle spielen. Mich begeistert der Gedanke, nicht einfach nur eine Pflanze zu versorgen, sondern ein ganzes kleines Ökosystem zu begleiten. Natürlich weiß ich, dass es viele verschiedene Wege gibt, erfolgreich zu gärtnern. Manche Grower bevorzugen mineralische Düngung, andere setzen auf biologische Methoden, und jeder hat seine eigenen Erfahrungen und Vorstellungen. Das respektieren wir auch bei Germany SeedCrafters und möchten niemandem vorschreiben, wie er seine Pflanzen pflegen soll. Deshalb bieten wir unterschiedliche Produkte und Möglichkeiten an. Aber wenn du mich persönlich fragst, wo mein Herz schlägt, dann ist meine Antwort eindeutig: beim lebendigen Boden. Weil diese Art des Gärtnerns für mich besonders gut zu dem passt, was ich an Pflanzen und an der Natur so sehr liebe. Es geht mir darum, bewusster hinzuschauen, Zusammenhänge zu verstehen und nicht zu vergessen, dass wir es mit etwas Lebendigem zu tun haben.

Und genau das ist vielleicht die wichtigste Botschaft, die ich mit diesem Kapitel weitergeben möchte: Hinter Germany SeedCrafters stehen Menschen, die nicht alles wissen, nicht alles können und ganz bestimmt nicht alles perfekt machen. Wir haben einen Alltag, wir machen Fehler, wir lernen dazu, und manchmal wächst uns die Arbeit auch über den Kopf. Aber wir stehen jeden Tag wieder auf und machen weiter, weil uns diese Leidenschaft wirklich etwas bedeutet. Wir möchten mit unseren Genetiken Erinnerungen schaffen, mit unseren Ideen andere Menschen begeistern und gemeinsam mit unserer Community immer ein Stück besser werden. Vielleicht wird nicht jeder verstehen, warum man so viel Zeit, Kraft und Herzblut in eine Pflanze investieren kann. Das muss auch nicht jeder. Aber diejenigen, die diese besondere Verbindung selbst kennen, werden vermutlich schon beim Lesen lächeln. Denn für uns ist Germany SeedCrafters nicht einfach nur ein Unternehmen, das wir nebenbei betreiben. Es ist ein Teil unseres Lebens. Und solange uns diese Leidenschaft begleitet, wird unsere Geschichte auch weitergehen. 

07 – Unsere Geschichte ist noch lange nicht zu Ende

Wenn ich heute auf Germany SeedCrafters schaue, dann sehe ich nicht nur das, was wir bisher aufgebaut haben. Ich sehe vor allem all die Ideen, die noch vor uns liegen. Denn auch wenn wir inzwischen einiges auf den Weg gebracht haben, stehen wir in vielen Bereichen noch ganz am Anfang. Wir haben Vorstellungen, Pläne und manchmal wahrscheinlich mehr Ideen, als wir in einem einzigen Leben umsetzen könnten. Aber genau das ist es, was mich antreibt. Wir möchten weiterlernen, neue Dinge entdecken und uns dabei die Begeisterung bewahren, mit der alles begonnen hat. Nicht jede Idee wird funktionieren, nicht jeder Versuch wird das Ergebnis bringen, das wir uns wünschen, und sicherlich werden wir unterwegs noch einige Fehler machen. Doch wir möchten unseren eigenen Weg gehen, unsere Erfahrungen sammeln und uns die Freude daran erhalten, etwas Neues entstehen zu lassen. Denn wenn ich eines über die Jahre gelernt habe, dann ist es, dass gerade die Dinge, für die man wirklich brennt, Zeit, Geduld und manchmal auch eine ordentliche Portion Durchhaltevermögen brauchen.

Ein großer Wunsch von uns ist es, dass rund um Germany SeedCrafters mit der Zeit eine ehrliche und lebendige Gemeinschaft entsteht. Menschen, die nicht nur wegen eines Gewinnspiels vorbeischauen, sondern die wirklich Freude an der Pflanze, an ihren besonderen Eigenschaften und am gemeinsamen Austausch haben. Wir haben bereits erste kleine Aktionen veranstaltet, Seeds weitergegeben und uns riesig darüber gefreut, wenn andere Grower ihre Erfahrungen mit unseren Genetiken geteilt haben. Solche Begegnungen bedeuten uns viel, denn sie zeigen, dass aus einer gemeinsamen Leidenschaft Verbindungen entstehen können, die weit über einen einzelnen Beitrag oder eine Bestellung hinausgehen. Wir wünschen uns eine Gemeinschaft, die von Vertrauen, gegenseitigem Respekt und der Freude am gemeinsamen Austausch lebt. Menschen mit eigenen Ideen, Erfahrungen und vielleicht sogar dem Wunsch, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen. Dabei müssen wir nicht immer einer Meinung sein. Im Gegenteil: Unterschiedliche Sichtweisen können unglaublich bereichernd sein, solange wir ehrlich, offen und respektvoll miteinander umgehen. Am schönsten wäre es doch, wenn Germany SeedCrafters irgendwann nicht nur für unsere eigenen Ideen steht, sondern auch ein Ort wird, an dem andere ihre Begeisterung einbringen und sich willkommen fühlen können.

Neben unseren Genetiken gibt es noch einen Bereich, der mir persönlich besonders am Herzen liegt: Korean Natural Farming, kurz KNF. Mit diesen natürlichen Ansätzen beschäftigen wir uns schon seit einigen Jahren, und inzwischen sind daraus auch eigene Entwicklungen und Versuche entstanden. Eines dieser Projekte ist unser FAA – Fish Amino Acid, ein Ferment auf Fischbasis. Die Beschäftigung mit solchen traditionellen Ansätzen fasziniert mich, weil dahinter weit mehr steckt als die Vorstellung, einfach irgendeine Zutat mit Wasser zu vermischen. Es geht darum, natürliche Prozesse besser zu verstehen, Zusammenhänge zu erkennen und eigene Erfahrungen sorgfältig einzuordnen. Wir haben uns bereits intensiv mit diesem Thema beschäftigt und erste praktische Eindrücke gesammelt. Doch gerade wenn aus einer persönlichen Entwicklung irgendwann ein Produkt für andere Menschen werden könnte, reicht Begeisterung allein nicht aus. Deshalb möchten wir die Zusammensetzung und Qualität fachlich untersuchen lassen und die notwendigen rechtlichen Voraussetzungen für eine mögliche Vermarktung klären. Wir möchten verstehen, was wir hergestellt haben, welche Eigenschaften sich tatsächlich nachweisen lassen und wie wir verantwortungsvoll damit umgehen können. Denn unser Ziel ist es nicht, einfach etwas in eine Flasche zu füllen und große Versprechungen zu machen. Wir möchten nur hinter etwas stehen, das wir auch wirklich verstehen.

Auch unser OHN – Oriental Herbal Nutrient – ist aus dieser Begeisterung entstanden. Über einen längeren Zeitraum haben wir uns mit der Herstellung und den Hintergründen dieses traditionellen Kräuteransatzes beschäftigt. Mich fasziniert daran besonders, wie unterschiedliche pflanzliche Zutaten in einem solchen Konzept zusammenkommen und welche Rolle diese Ansätze im Korean Natural Farming spielen. Wir interessieren uns dafür, welche möglichen Einsatzbereiche es gibt, wie sich solche Entwicklungen in unsere Vorstellungen von lebendigen Böden einordnen lassen und welche Fragen wir noch beantworten müssen. Natürlich möchten wir auch hier weitere Erfahrungen sammeln, mögliche Eigenschaften sorgfältig prüfen und uns mit den fachlichen und rechtlichen Anforderungen beschäftigen, bevor wir über eine Vermarktung nachdenken. Aber genau das macht für mich einen großen Teil der Freude aus: nicht einfach nur ein fertiges Produkt aus dem Regal zu nehmen, sondern sich mit den Hintergründen zu beschäftigen, eigene Erfahrungen zu sammeln und Schritt für Schritt dazuzulernen. Wir möchten dabei nichts überstürzen. Qualität, Verantwortung und ein gutes Verständnis unserer Entwicklungen sind uns wichtiger, als möglichst schnell etwas Neues anbieten zu können.

Ob wir uns mit lebendigen Böden, natürlichen Ansätzen oder besonderen Genetiken beschäftigen – im Mittelpunkt steht für uns immer dieselbe Neugier. Wir möchten verstehen, dazulernen und unsere eigenen Ideen mit Verantwortung weiterentwickeln. Und natürlich gehen auch unsere Vorstellungen rund um die Genetikentwicklung weiter. Mich zieht es persönlich immer wieder ein Stück zurück zu den Wurzeln: zu klassischen Genetiken, zu alten Linien und zu Eigenschaften, die man zwischen all den modernen Trends manchmal ein wenig aus den Augen verliert. Es gibt Namen, bei denen erfahrene Grower sofort hellhörig werden, weil sie Erinnerungen wecken. An besondere Aromen, an frühere Zeiten und an Sorten, über die man heute noch viel zu erzählen weiß. Solche Erinnerungen möchten wir mit unseren eigenen Vorstellungen verbinden. Auch ursprüngliche Landrassen interessieren uns dabei sehr, denn ihre Geschichte und genetische Vielfalt eröffnen spannende Fragen und Perspektiven. Welche unserer Ideen am Ende tatsächlich aufgehen, wird sich erst mit der Zeit zeigen. Wir haben noch eine lange Liste voller Vorstellungen, Aromen und Charaktere, die wir irgendwann gerne verwirklichen würden. Aber alles zu seiner Zeit. Wir möchten lieber sorgfältig und mit Geduld an unseren Zielen arbeiten, als heute schon Ergebnisse zu versprechen, die erst die Zukunft zeigen kann.

Was ich mir für die nächsten Jahre wünsche, lässt sich eigentlich ganz einfach beschreiben: Ich möchte, dass wir uns diese Neugier bewahren. Dass wir weiterhin Fragen stellen, Erfahrungen sammeln und uns auch dann nicht entmutigen lassen, wenn etwas einmal nicht funktioniert. Ich wünsche mir Menschen an unserer Seite, die unsere Begeisterung teilen und mit denen wir offen, ehrlich und auf Augenhöhe zusammenarbeiten können. Und ich wünsche mir, dass wir irgendwann auf weitere Entwicklungen zurückblicken und sagen können: Das war wieder so eine verrückte Idee von damals, und schaut mal, was daraus geworden ist. Vielleicht werden manche unserer Genetiken Menschen an ihre ersten besonderen Geschmackserlebnisse erinnern. Vielleicht entstehen neue Freundschaften, gemeinsame Projekte oder Dinge, an die wir heute noch überhaupt nicht denken. Das alles wissen wir noch nicht. Aber wir freuen uns darauf, es herauszufinden.

Und damit möchte ich unsere Geschichte an dieser Stelle nicht wirklich beenden. Denn wie sollte man etwas abschließen, das gerade erst richtig angefangen hat? THE STORY HOUSE soll kein Denkmal für die Vergangenheit sein. Es soll mit uns wachsen. Mit neuen Erfahrungen, neuen Entwicklungen, schönen Momenten und auch mit den Rückschlägen, die nun einmal dazugehören. Vielleicht liest du diese Zeilen heute zum ersten Mal und kennst Germany SeedCrafters noch gar nicht. Vielleicht begleitest du uns aber auch schon seit den ersten Tagen. Ganz egal, wann du zu uns gefunden hast: Schön, dass du hier bist und dir die Zeit genommen hast, unsere Geschichte kennenzulernen. Ich hoffe, dass wir in den kommenden Jahren noch viele besondere Erinnerungen miteinander teilen können. Denn die schönsten Geschichten sind manchmal genau die, bei denen noch niemand weiß, wie sie weitergehen.

Und unsere ist noch lange nicht zu Ende. 

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